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Frank Plate
14. Oktober 2010

Klangentspannung bei Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung

Norman Schirmer einer unserer Seminarteilnehmer hat in diesem Beitrag im Klangschalen-Forum sehr schön den Einsatz von Klangschalen bei Menschen mit körperlichen und geistiger Behinderung beschrieben. Sehr lesenswert, wie ich finde. Überhaupt setzt sich die Arbeit mit Behinderten und therapeutischen Einrichtungen mit Klangschalen immer mehr durch. Wir hatten in den letzten Jahren sehr viele Therapeuten zur Ausbildung im unserem Seminarprogramm, die sehr erfolgreich die Klangschalen, bzw die Klangmassage im therapeutischen Bereich einsetzen.Das schönste Beispiel, das mir im Gedächtnis geblieben ist, handelt von einer Spastikerin. Die Therapeutin hat die Klangmassage Ausbildung auf eigene Rechnung gemacht. In ihrerer Einrichtung wurde sie deswegen regelrecht verspottet. Trotzdem hat sie sich getraut, die Klangschalen ein zu setzen. Die Spastikerin hat sich im Laufe der Jahre immer weiter "zusammengezogen", so dass sie nur noch in der Embyronenhaltung liegen konnte. Alle Behandlungsversuche hatten nicht gefruchtet. Aber nach dem kurzfristigen Einsatz der Klangschalen, die dabei auf den Körper gelegt wurden, lag die Dame komplett ausgestreckt im Bett. Für die Kollegen der Therapeutin kam dieses schon fast einem Wunder gleich. Und damit man nicht extra ins Klangschalen-forum muss, hier noch der Artikel von Norman

Klangentspannung bei Menschen mit körperliche und geistiger Behinderung Vor kurzem führte ich in der Werkstatt für behinderte Menschen des Lebenshilfe e.V. mehrere Gruppen-Klangentspannungen mit Klangschalen durch. Die Gruppen hatten eine Größe von 4 - 7 Frauen und Männern mit unterschiedlich starkem Behinderungsgrad. Die Teilnehmer lagen auf Schaumstoffmatten im Kreis, auf Bauch, Rücken oder Seite, die Füße zeigten nach innen. Vereinzelt saßen sie. Die Schalen (2 große, 3 mittlere) hatte ich am unteren Ende des Personenkreises im Halbkreis aufgebaut und ohne große Worte (nur mit einem sanften Anschlag) kurz vorgestellt. Nach einem kurzen Moment der Stille und des Durchatmens spielte ich eine einfache Klangwelle, von links nach rechts. Obwohl die akustischen Bedingungen [z.B. werkstatt-typischer Hintergrundlärm) nicht optimal waren und mancher vorbeidröhnende LKW die Wände wackeln ließ, setzte bei allen eine augenblickliche Entspannung ein. Meist schlief die Hälfte der Teilnehmer bereits nach 5 Minuten ein. Auch die Neugierigsten unter ihnen bekamen schnell schwere Lider und legten sich irgendwann hin. Im mittleren Teil der Entspannung führte ich eine schwingende Schale zwischen den liegenden Teilnehmern durch bzw. in gebührendem Abstand über ihnen entlang. Den Abschluss bildete wieder eine Klangwelle, gefolgt von einem mehrmals angeschlagenen hellen, glockenartigen Ton, der das langsame Erwachen und die Rückkehr ins Jetzt und Hier unterstützen sollte. Nach der Gruppenentspannung bestand für alle nochmal die Möglichkeit Fragen zu stellen, die Klangschalen zu berühren und auch mal selbst anzuschlagen. Manche verließen auch einfach lächelnd den Raum. Interessante Beobachtungen: 1)In der zweiten Gruppe hatte ich eine junge und aufgeregte Frau dabei, die mit lautem "Geschnatter" die Entspannung störte und kurz davor war, diese Runde zu beenden. Obwohl ich die Schalen bei diesem ersten Mal nicht direkt auf dem Körper einsetzen wollte, stellte ich ihr eine Klangschale auf die Oberschenkel und bezog sie in die Klangwelle mit ein. Der Effekt war deutlich: Sie schloss die Augen und öffnete sich diesem körperlichen Gefühl und genoss es sichtlich. Diese sehr angenehme Ruhephase hielt etwa 10 Minuten, dann bat sie mich (wortlos), die Schale wieder zu entfernen (zu schwer). Danach wurde es wieder etwas unruhiger. Interessanterweise konnte diese junge Frau eine gegossene Schale, die ich zwischendurch leicht anrieb, körperlich sehr stark wahrnehmen. Diese Schale löste aber bei ihr zuviel Unruhe (Kichern) aus, weshalb ich sie in dieser einen Gruppe auch nicht weiter einsetzte. Die beruhigende Wirkung einer schwingenden Schale auf dem Körper ließ sich auch an einem anderen Teilnehmer feststellen, der durch seine unruhige Nachbarin aufgeweckt wurde. Eine Schale auf dem Gesäß, später auf dem Rücken und schon schlossen sich die Augen wieder und die Atmung wurde gleichmässig. wichtig: Bindet man auf dem Körper stehende Schalen in eine derartige Gruppenentspannung ein, so ist es für den Klangarbeiter wichtig, sofort reagieren zu können. Menschen mit Behinderung bewegen sich oft abrupt und nicht immer berücksichtigen sie die auf ihnen stehende Schale. Hier kann es trotz vorangegangener Entspannung schnell zu unangenehmen Zwischenfällen kommen. Im Zweifelsfall sollte man die Schale nach einigen Anschlägen wieder herunternehmen. 2) Das beeindruckendste Erlebnis war die Entspannungsrunde mit den geistig Schwerbehinderten. Hier wollte sich nur ein einziger der sechs Teilnehmer legen, die anderen saßen auf Stühlen oder standen. Mit den vorangegangenen Gruppen konnte man diese nicht vergleichen. Hier lösten die Klänge unterschiedliche Reaktionen hervor. Während einige tatsächlich tief entspannen konnten, reagierten andere mit beständigem Kichern / Lachen oder vergleichbaren positiven Reaktionen, die, wie das betreuende Personal bestätigte, keineswegs selbstverständlich seien (und die ich auch nicht als störend empfand). In dieser Gruppe war eine Frau mit Down-Syndrom, die, wie ich feststellte, nichts hörte und die Schwingungen auch körperlich nicht spürte. Ganz offensichtlich verstand sie nicht, was da geschah. Zumindest ließ ihr ratloser Blick mich das glauben. Also nahm ich ihre kleine Hand in meine und wir hielten gemeinsam eine Klangschale. Mit dem ersten Anspiel war es, als ob ein (kleiner) Eisberg im Zeitraffer schmilzt. Ihre komplette Körperhaltung und Mimik veränderte und entkrampfte sich binnen zwei Sekunden und sie zeigte ein wirklich glückliches Lächeln. Den gleichen Effekt erzielte ich noch bei einer anderen Frau (mit schwerer geistiger Behinderung). Die Schwingungen nicht nur zu hören, sondern dazu noch auf der Handfläche zu spüren, löste bei ihr äusserst positive, fast schon herzliche Emotionen aus. Feedback: Das Feedback der Gruppen-Teilnehmer und auch deren Betreuer war durchweg positiv. Es war für alle eine angenehme und entspannende Sache, mindestens aber eine interessante Abwechslung, in der neue Wahrnehmungsmöglichkeiten geschaffen wurden. Wie ich soeben erfahren habe, wird seitdem dauernd gefragt, wann ich denn wiederkomme. Fazit: Der Einsatz von Klangschalen in sozialen Einrichtungen wie einer Werkstatt für behinderte Menschen kann ein durchaus wirksames Instrument sein, bei der (z.B. mittäglichen) Entspannung zu helfen oder um körperliche Wahrnehmung zu fördern. Bei Gruppen mit leichterer geistiger/körperlicher Behinderung sehe ich ganz klar auch Potential für gemeinsame Gruppen- /Partnerübungengen mit Klangschalen. Zur Förderung von (Fein-)Motorik, Wahrnehmung und des generellen Miteinanders. Dieser Punkt wird der nächste Schritt in meiner Zusammenarbeit mit der WfbM sein. Im Moment erarbeite ich gerade ein entsprechendes Konzept. Mir persönlich hat dieses erste Mal richtig gut gefallen, auch wenn vier Gruppen am Stück a' 30 min ganz schön anstrengend sind. Derartig positive Reaktionen habe ich nicht erwartet.


Autor: Frank Plate | Kommentare: 0 | Kategorien: Klangschalen | Schlagworte: klangschalen,klangmassage,behinderte

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